Seit Montag: Schüler*innen zurück in der Schule

Nach Monaten des Wechselunterrichts werden die Schüler*innen wieder in voller Klassenstärke unterrichtet. Die Freude über das Wiedersehen ist groß, der Aufwand beim Testen auch.


Große Pause, der Schulhof ist voll. "Das ist der Wahnsinn", sagt Schulleiter Christian Dölls. Mehr als 850 Kinder und Jugendliche sind an diesem Montagmorgen ins Mataré-Gymnasium.Europaschule zurückgekehrt. "An den Trubel und die Lautstärke müssen wir alle uns erst einmal wieder gewöhnen - das Lernen in Kleingruppen hatte auch Vorteile", sagt er. "Aber es ist natürlich gut, dass die Kinder nun wieder regelmäßig zur Schule gehen können."

Ende Dezember sind die Schüler*innen in den Wechselunterricht gestartet. Seitdem wurde in halbierten Lerngruppen in Präsenz oder auf Distanz unterrichtet. "Jetzt kann ich endlich wieder mit meiner besten Freundin zusammen zur Schule gehen", freut sich Malou. Und Klassenkameradin Mila ergänzt: "Sonst sagen ja immer alle, dass Schule blöd ist. Aber jetzt haben wir gemerkt, wie schön es in der Schule ist." Und Clara findet es gut, "dass wir den Lehrern jetzt wieder direkt unsere Fragen stellen können und nicht am Bildschirm".

Große Freude - das ist das vorherrschende Gefühl an diesem Morgen bei Lehrer*innen und Schüler*innen. Aber ein mulmiges Gefühl bleibt. Schulleiter Dölls etwa ist skeptisch, wie die Wochen bis zu den Sommerferien verlaufen werden. "Man muss abwarten, ob es sinnvoll war, so kurz vor den Ferien noch zu öffnen", sagt er. "Aber wir sind bestmöglich vorbereitet und haben die Eltern umfassend informiert." So dürfen die Kinder im gesamten Schulgebäude nicht essen. "Die Mensa ist nur geöffnet, um sich dort etwas kaufen zu können, danach müssen die Schüler*innen auf den Schulhof", erklärt Dölls. Nur bei extremem Regenwetter dürfen die Schüler*innen die Pause im Gebäude verbringen. "Insofern spielt uns das derzeitige Sommerwetter in die Hände", so Dölls. Maskenpflicht und Abstandsregeln gelten weiterhin. Die Oberstufenschüler*innen, die das Schulgelände während der Pausen verlassen dürfen, stehen allerdings vereinzelt in größeren Gruppen zusammen. "In der Oberstufe gab es heute Morgen auch noch einige Kommunikationsprobleme beim Testen", sagt Dölls. Die Großen werden nämlich nicht in ihren Kursen, sondern als komplette Stufe getestet. "Wir testen in zwei zeitversetzten Gruppen - um 8 Uhr und um 8:20 Uhr - und einige Schüler*innen wussten nicht, in welchen Raum sie mussten", sagt der Schulleiter. "Da werden wir die Eltern nochmal informieren müssen, um das Verfahren zu optimieren."

Sowieso, das Testen. Zweimal pro Woche machen die Schüler*innen der weiterführenden Schulen einen Rachen- oder Nasenabstrich. Und wenn 30 Kinder gleichzeitig ihre Masken absetzen, ist das riskant. Dölls: "Wegen der Infektionsgefahr achten wir darauf, dass immer nur ein Kind seine Maske absetzt, das kostet natürlich viel Zeit." [...]

Eher schleppend geht es in Sachen Impfen voran, zumindest an den weiterführenden Schulen. Denn dort haben bislang nur die wenigsten Lehrer*innen eine Zweitimpfung bekommen. "Obwohl uns angekündigt wurde, dass mobile Impfteams in die Schulen kommen würden", sagt Christian Dölls. Als am Mataré aber lange Zeit gar nichts passierte und die Lehrer sich privat um Impftermine kümmern mussten, wendete sich der Schulleiter an Bürgermeister Christian Bommers und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Dölls: "Und dann wurde auch wirklich sofort reagiert und ein Impfkorridor kurzfristig für uns geöffnet."

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Die Schüler*innen, die die Rückkehr zum Regelbetrieb an diesem Montagmorgen nicht mehr erleben, sind die Abiturient*innen. "Die sind durch. Und wir sind heilfroh, dass sämtliche Prüfungen ohne Probleme gelaufen sind", sagt Mataré-Schulleiter Christian Dölls. "Nun hoffen wir, dass wir die Abiturient*innen Ende Juni ebenfalls bei so einem Wetter und in einem angemessenen Rahmen verabschieden können."

Text: Verena Bretz & Margit Leuchtenberg (Rheinische Post vom 01.06.2021)

Foto: Anne Orthen