Fahrradstraßen am Mataré: Was gilt?

Seit etwa zwei Jahren verlaufen am Mataré-Gymnasium Fahrradsstraßen; nur Anlieger*innen und Busse dürfen sie motorisiert befahren. Hier sind die Regelungen.


Wie verlaufen die neuen Fahrradstraßen?

Die Poststraße ist bereits seit fast drei Jahren als Fahrradstraße ausgeschrieben. Nun ist auch die Straße In der Meer freigegeben, die gegenüber der Poststraße in südlicher Richtung von der Düsseldorfer Straße abbiegt. Sie geht später in die Karl-Arnold-Straße über und ist bis auf Höhe der Christuskirche Fahrrädern vorbehalten. Seit Anfang 2020 ist auch die Niederdonker Straße zur Fahrradstraße umgewidmet.

 

Welche Regeln gelten?

Wer darf dort fahren?

Die Fahrradstraße ist für Radfahrer*innen, aber auch für E-Bikes, Busse und Anlieger*innen freigegeben. Mit Anlieger*innen sind im Verkehrsrecht nicht nur die direkten Anwohner*innen der Fahrradstraße gemeint, sondern auch beispielsweise Kunden von Geschäften, Patient*innen von Arztpraxen und Besucher*innen von Privatleuten. Wer jedoch ohne ein solches Anliegen in die Fahrradstraße einfährt oder dort parkt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld in Höhe von 15 Euro rechnen. Die Kontrolle, wer zur Einfahrt berechtigt ist und wer nicht, könnte sich jedoch aufwendig gestalten. Generell gilt in der Fahrradstraße Tempo 30 - da der Radverkehr Vorrang vor dem motorisierten Verkehr hat, müssen sich Autofahrer jedoch der Geschwindigkeit der Radler*innen anpassen.

Was ändert sich in der Verkehrsführung?

Gründlich umgewöhnen mussten sich die Autofahrer*innen, die häufig auf der Straße Im Bachgrund in Richtung Hohegrabenweg oder Düsseldorfer Straße unterwegs sind. Sie haben an der Kreuzung In der Meer keine Vorfahrt mehr und müssen anhalten. Zusätzlich zu den Stoppschildern signalisieren Haltelinien, Piktogramme, Hinweistafeln mit dem Schriftzug "Vorfahrt geändert" und eine neue Bodenwelle, dass die Radfahrer*innen nun Vorrang haben. Die Polizei kontrolliert regelmäßig, ob sich alle Autofahrer*innen an die geänderte Vorfahrtsregelung halten.

Was bedeutet die Regelung für die Schule?

Wir hoffen, auf diese Weise langfristig mehr Schüler*innen dazu zu ermuntern, das Rad zu nutzen. Immer noch bringen viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto, was häufig zu Staus im Einmündungsbereich des Lehrer*innenparkplatzes führt. Wir weisen darauf hin, dass vor dem Schultor ein absolutes Halteverbot besteht, weil sich dort auch ein Rettungsweg für die Feuerwehr befindet. Auch das Parken und Halten (zum Ein- und Aussteigen) auf den Fahrrad-Schutzstreifen am Ligusterweg ist ausdrücklich untersagt. Seit der StVO-Novelle am 16.04.2021 kann ein entsprechendes Fehlverhalten mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 100 Euro geahndet werden. Wir bitten Sie, gründlich darüber nachzudenken, ob Ihr Kind wirklich mit dem Auto gebracht werden muss. Die Fahrradstraße macht eine viel genutzte Route zu unserer Schule deutlich sicherer.

Wie wird die Straße aktuell genutzt?

Auf der neuen Fahrradstraße fahren die Buslinien 828 und 829. Berechtigte Autofahrer*innen sind angewiesen, ihre Geschwindigkeit anzupassen, Bodenwellen an den Einfahrten und Kreuzungen sollen dies unterstützen. Auf der Fahrradstraße haben die Radfahrer*innen generell Vorrang vor dem motorisierten Verkehr. Allerdings fahren viele von ihnen jedoch weiterhin auf den ehemaligen Radwegen auf dem Bürgersteig. Wir ermutigen daher unsere Schüler*innen ausdrücklich, die Fahrradstraße zu nutzen. Je mehr sie befahren wird, desto sicherer wird sie für alle Beteiligte!

Woher kommt die Idee der Fahrradstraße?

Meerbusch ist eine sehr weitläufige Stadt, viele Menschen benutzen das Auto, um von einem Stadtteil in den anderen zu kommen. Die Stadtverwaltung hat jedoch eine Vision: Fahrradfahren soll in Meerbusch attraktiver, sicherer und angenehmer werden. Das Fahrrad soll sich nicht nur als Freizeitgerät, sondern auch als alternatives Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder für Besorgungen etablieren. Im Rahmen der städtischen Initiative "Meerbusch radaktiv" wurden bereits mehrere Maßnahmen in die Wege geleitet, etwa der Böhler-Radweg und der Radweg entlang der Stadtbahnlinie zwischen Osterath und Bovert. Die Fahrradstraßen sind also ein Baustein im politischen Gesamtkonzept, das Umweltschutz und Verkehrsberuhigung zum Ziel hat.

Foto: Dominik Schneider (Rheinische Post)