Mataré-Mitmachaktion: Hoffnungszeichen

Mataré-Mitmachaktion: Hoffnungszeichen

Liebe Schulgemeinschaft,

nun haben wir schon zwei Wochen unseres Corona-Ausnahmezustandes geschafft, in sicher sehr unterschiedlichen persönlichen Situationen. Da mag auf der einen Seite bei manchen durchaus etwas Freude sein über eine scheinbare Verlängerung der Osterferien. Andererseits werden über die Länge der Zeit für viele von uns Grenzen spürbar, weil wir uns innerlich und äußerlich umstrukturieren müssen: Schülerinnen und Schüler müssen sich viel selbstständiger im Umgang mit den Aufgaben organisieren, die sie jetzt von ihren Lehrkräften bekommen. Viele von ihnen sorgen sich über ihre anstehenden Schulabschlüsse. Eltern müssen ihren beruflichen Alltag auf einmal in völ­lig verän­derter Form bewältigen und daneben noch ihre Kinder unterstützen. Wir Lehrer stellen uns gerade auf eine ganz andere Arbeitsweise mit unseren Schülerinnen und Schülern ein. Und für nicht wenige in unserer Schulgemeinschaft ist die gegenwärtige Situation mit Existenzängsten verbunden: Wie geht es für mich konkret weiter? Wie kann ich das alles als Selbstständige/r überleben? Werden die finanziellen Rettungsschirme tatsächlich „retten“ können? Und uns allen fehlen liebe vertraute Menschen, die sonst Teil unseres Lebensalltags sind und zu unserer Lebensfreude hinzugehören.

Und doch tauchen trotz manchem Schweren täglich mehr kreative und hoffnungsspendende Zeichen und Aktionen auf: Da ist der Bierbrauer, der jetzt auch Desinfektionsmittel herstellt. Oder der Sport­kleidungshersteller, der nun die dringend benötigten Atemschutzmasken produziert. Köche aus der Gastronomie helfen in Krankenhausküchen aus und Mitarbeiter von McDonald´s bei Aldi. Viele junge Freiwillige helfen den örtlichen „Tafeln“, die Lebensmittel an bedürftige Menschen zu vertei­len. Zwei unserer Abiturienten haben sich gestern spontan bereit erklärt, mit unseren Pfarrern Pahlke und Berning einen Video-Gottesdienst für unsere Schule aufzunehmen. Und an unserer Schule arbeiten Eltern und Kollegen intensiv daran, dass wir bald eine Online-Plattform für unsere Arbeit mit unseren Schülerinnen und Schülern haben. DANKE dafür!

Auch zu Hause erreichen mich solche Hoffnungszeichen: Es mich sehr gefreut, als ich unter den Dut­zenden von Mails, die mich täglich erreichen, einen Gruß von einer Seelsorge-Kollegin aus Köln fand, die mir ein Foto schickte, auf dem ein Fenster mit einem Regenbogen zu sehen war und das Sie im Anhang dieser Mail finden. Ein schönes Hoffnungssymbol: Der Regenbogen ist in vielen Mythologien und Religionen ein wichtiges Element, denn er gilt als Vermittler zwischen der Götter- und Men­schenwelt. Im christlichen Glauben steht er als Symbol des Friedens zwischen Gott und den Men­schen nach der Sintflut. Und mich persönlich erinnert dieses Symbol zugleich an das wunderschöne Lied „Somewhere over the rainbow“ aus dem uralten Film „Der Zauberer von Oz“, das unzählige Male gecovert wurde (z. B. unter: https://www.youtube.com/watch?v=fahr069-fzE). Hier werden in jeder Strophe wunderschöne Bilder einer neuen Welt beschrieben. Und so bin ich fest davon über­zeugt,

Fürchte dich nicht! Dies spendet Trost.
Fürchte dich nicht! Dies spendet Trost.

dass sich letztlich unsere aktuelle Situation auch wieder zum Guten wenden wird.

Die Kollegin aus Köln hat mir noch ein zweites Fenster-Foto geschickt (s. Anhang). „Fürchte dich nicht“ steht dort geschrieben. Ein Satz, den viele aus der Weihnachtsgeschichte kennen: Ein Engel Gottes begegnet den Hirten auf dem Feld, nachdem Jesus geboren wurde, und fordert sie auf, sich aufzumachen und ihn zu besuchen. Das Neue und Ungewohnte braucht ihnen keine Angst zu machen, sondern gibt ihrem Leben eine neue positive Richtung.

Ich finde diese beiden Fotos sehr mutmachend und die Idee der Kollegin inspirierend zugleich. Auch wir kön­nen uns aufmachen. Wir sind der aktuellen Situation nicht hilflos ausgeliefert, sondern können sie aktiv mitgestalten. Dazu gehört auch die Möglichkeit, unsere Fenster für andere Menschen sichtbar mit Hoffnungsbildern und -worten zu versehen. So können wir uns mit unseren Mitmenschen verbin­den und uns gegenseitig grüßen und Mut machen. Andere bekommen vielleicht noch weitere tolle Ideen. Und das ist für mich ein schöner Weg, sich dem baldigen Osterfest zu nähern.

Daher meine Einladung an alle Schüler/innen, Kolleg/inn/en und Eltern: Gestaltet eure Fenster, Autos, Hauseingänge usw. mit frohen Botschaften und setzt so ein Zeichen der Verbundenheit. Schickt mir Fotos von euren Hoffnungszeichen, die wir dann für alle sichtbar auf der Homepage unserer Schule veröffentlichen können, an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ich wünsche euch und Ihnen allen einen guten Start in die neue Woche. Hoffen wir alle gemeinsam! Und werden oder bleiben Sie ge­sund.

Herzliche Grüße

Ute Rosenau, Schulseelsorgerin